Mythos Schwitzen: Mehr Schweiß heißt nicht mehr Fettabbau
Nach einer Einheit mit Infrarotwärme ist das Leiberl oft deutlich nasser als sonst. Das fühlt sich nach harter Arbeit an – und verleitet zu einem verbreiteten Irrtum: Je mehr ich schwitze, desto mehr Fett baue ich ab.
Schwitzen ist in erster Linie die Klimaanlage des Körpers. Wird es warm – durch Bewegung, Sonne oder eine Wärmeanwendung –, gibt der Körper Flüssigkeit über die Haut ab, und beim Verdunsten entsteht Kühlung. Schweiß besteht vor allem aus Wasser und Salzen, nicht aus Fett. Wie stark jemand schwitzt, hängt außerdem von Veranlagung, Trainingszustand, Raumklima und Kleidung ab. Gut trainierte Menschen beginnen oft sogar früher zu schwitzen, weil ihr Körper effizienter kühlt.
Was das für die Praxis bedeutet:
- Gewicht, das du direkt nach dem Training weniger hast, ist überwiegend Wasser und wird durch Trinken wieder ausgeglichen – und das ist gut so.
- Schwitzen ist kein Maßstab für die Qualität deines Trainings.
- Mehr Hitze um jeden Preis ist keine gute Idee, weil sie den Kreislauf zusätzlich belastet.
Was du stattdessen brauchst, ist ausreichend Flüssigkeit: vor dem Training ein bis zwei Gläser Wasser, währenddessen regelmäßig ein paar Schlucke und danach genug, um den Verlust auszugleichen. Bei starkem Schwitzen kann ein mineralstoffreiches Wasser helfen, verlorene Salze zu ersetzen. Und Kleidung, die Feuchtigkeit gut abtransportiert, macht die Einheit deutlich angenehmer.

